Dienstag, 21. Januar 2014

Die Neuen.

Am nächsten Tag erwachte ich erst spät. Selbst die Langschläfer waren bereits auf den Beinen und wippten von einem Huf auf den Anderen. Alle warteten darauf, dass Glenn endlich das Tor öffnete und uns 'raus auf die Weide ließ. Auch ich schob' mich langsam aber stetig nach vorne.Immer mehr presste sich Fell an Fell und die ersten Schafe berührten mit ihrer Schnute schon beinahe die Tür als es plötzlich vor der Tür klapperte. Geräusch für Geräusch verfolgte unsere Herde wie Glenn , erst das Schloss öffnete, dieses abzog und es dann wieder an einer Seite des Tores zuklackte. Er zog die Kette ab und hängte sie lose über die Gatterstange. Langsam und knarzend öffnete sich die Tür.  Beppo hätte uns wahrscheinlich wie ein wild gewordener Bär aus dem Stall gejagt und wir wären auseinander gestoben, wie eine wilde Meute , wenn da nicht etwas gewesen wäre, das unser aller Aufmerksamkeit auf sich gezogen hätte. Glenn öffnete das komplette Tor und vor uns standen ... zwei Schafe. "Ich hab' euch da wen mitgebracht" sagte Glenn beiläufig, während er auch das Gatter öffnete.
Wir begutachteten die Zwei, die etwa einen Meter vor dem Tor standen. "Die Beiden müssen sich ganz schön doof vorkommen" dachte ich mir insgeheim "So von einer ganzen Herde gemustert ..." Plötzlich riss mich ein freundliches Mähen aus den Gedanken. "Hallo, ich bin Sir Ohnewoll". Eines der Schafe hatte ein paar Schritte auf uns zu gemacht. "Und warum ich so heiße , ist wohl nicht schwer zu erkennen". Da hatte er recht.Sir Ohnewoll schien der Ältere von den Zweien zu sein und wohl älter als wir alle Beide hatten eine undefinierbare Fellfarbe. Es schien ein sehr sehr dunkles Grau zu sein. Seines war jedoch heller und etwas spröder als das des Anderen. Das und die kleinen , vielen kahlen Stellen hatten ihm wohl seinen Namen verpasst. Mit seinem etwas schief gelegten Kopf wirkte er jedoch ganz sympathisch.
Mutig quetschte ich mich durch die Herde nach ganz vorne. "Hallo, Sir Ohnewoll. Herzlich Willkommen bei uns auf der Weide. Und wer bist du ?!" Ich schaute in Richtung des anderen Schafes, dass immer noch ungerührt da stand. Es erklang kein Laut. Das dunkelgraue Schaf schwieg. Sir Ohnewoll trat nochmal näher und flüsterte mir leise in mein Ohr "Er redet nicht. Zumindest mit keinem Fremden". Kein anderes Schaf schien dieses Mähen gehört zu haben, denn alle blickten es immer noch erwartungsvoll an. Das jähe Schweigen durchbrach Beppo mit seinem lauten Bellen. "Komm' ich zeige euch die besten Stellen" mähte ich Sir Ohnewoll und dem noch namenlosen Schaf zu. So trottete die Herde mit mir und den zwei Fremden vorran in Richtung Weide ...

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